Karte und Daten vor Betrügern schützen

Das Wort ‚skimming’ kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie ‚Abschöpfen’. Der Begriff steht für das illegitime Auslesen von Daten von EC-Karten und das Ausspähen der dazugehörigen PIN an Geldautomaten. Die so beschafften Daten werden dann auf einen leeren Kartenrohling übertragen, mit dem Betrüger Bargeld an Geldautomaten abheben können. Da die eigentliche Karte sich weiter im Besitz des Eigentümers befindet, wird der Betrug erst auf den Kontoauszügen sichtbar.

Besonders leicht fällt das Auslesen der Daten bei Karten mit Magnetstreifen. Ist eine Karte – und sind die zugehörigen Geldausgabeterminals – hingegen mit einem EMV-Chip ausgerüstet, funktioniert der Datenklau nicht. Immer mehr Länder weltweit setzen auf moderne EMV-Technik, auch die aktuellen Karten unserer Bank sind in dieser Weise sicher ausgestattet. EMV steht für ‚Europay International, MasterCard und VISA‘.

Es ist nicht möglich, eine solche Chipkarte zu kopieren, die Daten darauf sind entsprechend verschlüsselt. Die Karte wir bei jeder Benutzung auf Echtheit überprüft, auch an der Kasse der Geschäfte. Seit 2011 werden im girocard-System und im deutschen Geldautomatensystem grundsätzlich nur noch chipgestützte Transaktionen verarbeitet, die auf dem Sicherheitsstandard EMV beruhen. Das sind alle rund 100 Millionen Girocards und alle – fast  60.000 – Geldausgabeautomaten, zudem 720.000 Terminals im Handel.

Und dennoch: „Fallzahlen und Schaden wachsen.“, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

„In Europa haben wir praktisch keine Skimming-Schäden mehr dank moderner Technik“, sagt Margit Schneider von Euro Kartensysteme in Frankfurt dem Blatt. „Das hält Kriminelle aber nicht davon ab, an Geldautomaten in Deutschland Kartendaten und Geheimnummer (PIN) von Bankkunden auszuspähen („Skimming“) – im Gegenteil: sowohl die Fallzahlen als auch der Bruttoschaden gingen im laufenden Jahr wieder nach oben.“, berichtet die FAZ.

476 Manipulationen von Geldautomaten bundesweit wurden von Januar bis November 2017 gezählt, allein 267 davon in Berlin. Vermutlich auch deshalb, weil in Berlin viele Touristen unterwegs sind, auch aus Ländern, in denen Zahlungskarten noch nicht mit dem EMV-Chip ausgestattet sind. „Von Januar bis einschließlich November des laufenden Jahres summierte sich der Schaden auf gut 2,0 Millionen Euro – das sind über 30 Prozent mehr als in den elf Monaten des Vorjahres (rund 1,6 Mio. Euro) und liegt bereits über dem Rekordtief des Gesamtjahres 2016 (1,9 Mio. Euro). Im Gesamtjahr 2015 waren es 2,7 Millionen Euro, 2014 noch 3,1 Millionen, 2013 noch 11,3 Millionen Euro, 2012 wie 2011 sogar 34 Millionen Euro.“, berichtet die FAZ weiter.

Für Bankkunden in Deutschland bleibt die Gefahr zwar eher gering, allerdings ist ein ausgesprochen sorgsamer Umgang mit Karte und PIN dringend angeraten. Auch das Auslesen von Karten, mit denen man per Funk, also kontaktlos bezahlen kann, ist auf einen eher wenig aufmerksamen Umgang mit der Karte zurückzuführen. Hierbei lesen Betrüger die Daten mit einer speziellen App aus, wenn sie das Handy an Tasche und Portemonnaie entlangführen. Sichere Schutzhüllen hierfür gibt es u.a. in allen Filialen unserer Bank.